It was a great pleasure to interview Alexander Kölpin, Managing Director at Seed + Speed, about his view on Corona’s impact on the VC landscape. Seed + Speed is the seed investment vehicle of Mashmeyer Group, founded by German entrepreneur Carsten Maschmeyer. Please enjoy the valuable insights from Alex below! (Interview in German)

Alex, welche Industrien siehst Du aus VC-Sicht mittelfristig stark von der Krise betroffen?

Viele Industrien sind stark betroffen. Der Reisemarkt wird beispielsweise sicher noch Jahre brauchen, bis er auf das Vorkrisenlevel zurückkommt. Die Themen Supply-Chain und E-Health werden an Bedeutung gewinnen. Aus VC-Sicht kann aber nur ein Teil der Investment-Hypothese auf den Corona-Impacts basieren. Am Ende wird es in jeder Industrie Probleme geben, die gelöst werden müssen. Wir suchen über alle Industrien hinweg genau diese Gründer-Teams aus dem DACH-Raum, die solche Probleme mit Leidenschaft angehen. Diese Teams möchten wir mit unseren Ressourcen und unserem Netzwerk unterstützen und zum Erfolg führen.

Welche langfristigen Shifts im Consumer Behavior könnten aus dieser Krise entstehen?

Ich denke der Shift von offline zu online wird generell schneller vonstatten gehen als bisher und die Offenheit gegenüber Online-Lösungen in der Bevölkerung wird zunehmen. Der Trend zum Online-Bestellen wird beschleunigt. Im Bildungsbereich wird die Offenheit der Lehrer (und Eltern!) für digitale Lernhilfen sicherlich ebenfalls steigen. Darüber hinaus werden die Leute langfristig auch mehr Wert auf ihre Wohnungen und Häuser legen und vermutlich auch mehr Urlaub zuhause oder im eigenen Land machen.

Haben sich Eure Investmentkriterien aufgrund der Coronakrise geändert?

In der nächsten Zeit schätze ich das ökonomische Umfeld und das Handelsumfeld global als eher schwierig ein. Der Runway der Startups ist deshalb für mich ein entscheidender Faktor. Die nächste Zeit wird ein Stress-Test für viele Startups, den viele leider nicht gut überstehen werden. Und selbst sie werden dafür viel Zeit benötigen. Wir achten deshalb auch darauf, dass Startups ein nachhaltiges Business Modell haben und langfristigen Wert schaffen, z.B. durch eigene IP. Abenteuerlustige Burn-Rates bei Startups möchten wir zurzeit nicht sehr gerne finanzieren, ausreichende Runrate ist wichtiger denn je.

Siehst Du in der jetzigen Krise auch Chancen für Startups und Investoren?

Die Welt wird nach Corona weitergehen und es wird wirtschaftlich auch wieder bergauf gehen. Die Startups und Gründer, die jetzt durchhalten bzw. trotz der Krise gründen, können stark profitieren. Man sah es in der Vergangenheit auch bei Fonds: viele, die in der Krise begonnen haben zu investieren, hatten am Ende bessere Returns. Nichtsdestotrotz werden die nächsten 1–2 Jahre nicht leicht werden. Wir haben uns ein Jahrzehnt lang an einen konstanten Aufschwung gewöhnt. Der ist nun erstmal vorbei.

Wie stehst Du zu den Hilfen für Startups und kleine Unternehmen der Bundesregierung? Kommt das Geld den richtigen Startups zu Gute?

Es ist wirklich bewundernswert, was die Landes- und Bundesregierungen hier geschaffen haben. Die Stärke des Angebots und die Schnelligkeit waren hier entscheidend. Aktuell wird alles getan, damit die Menschen gesund bleiben. Das ist richtig so. Gleichzeitig ist klar, dass die wirtschaftliche Lage zunächst nicht mehr so gut sein wird wie zuvor. …und da ist die Hilfe der Politik sehr notwendig. Ich sehe jedoch noch die Herausforderung, dass das Geld auch den jungen und geplant unprofitablen Startup-Unternehmen zufließt. Für die gibt es momentan noch zu wenig Angebote und hier würde ich mir wünschen, dass die Politik einen stärkeren Fokus legt.

Alexander, vielen Dank für dieses Gespräch!

RElated Posts

other posts you might be interested in